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Drohnenvorfall in Leipzig: Ermittler finden verdächtige Antenne

ZDFheute (German public broadcaster) · back to the audit
Drohnenvorfall in Leipzig: Ermittler finden verdächtige Antenne

Ermittler haben eine Antenne nahe des Flughafens Leipzig gefunden. Das zeigen Recherchen von ZDF frontal. Mutmaßlich diente sie zur Steuerung von Drohnen bei dem Angriffsversuch.

Seit Dienstagmittag suchen Polizeibeamte und Kriminaltechniker ein kleines Waldstück im Norden des Leipziger Flughafens ab. Unterstützt werden sie von Spürhunden. Vor Ort sind mehrere Mannschaftswagen und Spezialisten in Schutzanzügen zur Beweissicherung.

Ermittler finden eine Antenne im Baum
Mit den Ermittlungen Vertraute bestätigten ZDF frontal, dass Kriminaltechniker eine Antenne in einem Baum am nördlichen Rand des Flughafens gefunden haben. Der Fundort ist weniger als drei Kilometer vom eigentlichen Tatort - den geparkten Antonow-Frachtmaschinen - entfernt.

Über die Funktion der Antenne rätseln die Ermittler. Möglicherweise nutzen die Angreifer sie, um die Drohne zu steuern oder das Signal bei dem Angriff auf das Antonow-Frachtflugzeug zu verstärken. Denkbar ist auch, dass die Antenne auch dazu diente, mehrere Signalwege zu ermöglichen und so auch Kameras an den Drohnen zu steuern.

Drohne war mit 5G-Technik ausgestattet
An einer der Drohnen wurden 5G-Antennen gefunden, wie ZDF frontal berichtet hatte. Christian Kaiser, Drohnen-Experte und Geschäftsführer von Copting, sagt dazu:
"Der genaue Zweck der Antenne ist nicht ganz klar. Für die Steuerung einer Drohne mittels 5G ist eine Antenne nicht nötig."
"Sie lässt sich aber als Signalverstärker einsetzen - dazu ist noch ein weiteres Hardware-Teil nötig", so Kaiser weiter. "Als Drohnenpilot kann ich meinen Laptop oder mein Smartphone anschließen und so die Drohne steuern. Auch mehrere Drohnen könnten mit einer Antenne angefunkt werden."

Behörden sehen schwerwiegenden Angriff auf deutsche Infrastruktur
Nach dem Anschlag am Abend des 4. August hatte die Bundesanwaltschaft wegen der besonderen Bedeutung des Falles die Ermittlungen an sich gezogen. Es handele sich um einen schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland. Damit sei die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen, teilte die Behörde mit. Es lägen Anhaltspunkte vor, dass mittels einer Drohne eine Explosion verursacht werden sollte. Hierzu seien an der Drohne professioneller Sprengstoff und ein Zünder angebracht worden. Eine Frachtmaschine, die wegen des Vorfalls durchstarten musste, sei im erweiterten Bereich des Flughafens in der Luft mit einem Gegenstand kollidiert, mutmaßlich einer weiteren Drohne.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat es bisher vermieden, sich konkret zu Tatverdächtigen zu äußern. Mehrere Politiker aus Regierung und Opposition machen Russland für den Drohnenangriff verantwortlich. Die russische Botschaft hat dies als Propaganda zurückgewiesen.